ZENTANGLE

Gestern lernte ich eine neue kontemplative Technik, zentangeln. Mit Strichen, Bögen, Kreisen, Kringeln, Zick-Zack-Linien, Wellen und Punkten entsteht ein Muster auf dem Papier, das nach und nach die Gedanken zur Ruhe bringen. Die oberste Regel ist, du musst nichts, darfst alles – außer Linien überkreuzen.

Ich war selbst derart überrascht, was da entstand, dass ich beim 2. Bildchen zum Lächeln anfing und dachte „von wegen nicht zeichnen können“.

Die Zwischenräume werden ausgefüllt oder auch nicht,  Teile werden schraffiert oder auch nicht, je nachdem ob man 3D Effekte will.

Ich erkannte bald, dass ich in einer Stimmung bin, in der ich Halt suchte – wie sonst würde ich mich so streng an die Abgrenzungen halten??? Kaum gedacht, trat der innere Rebell auf den Plan und so hielt ich nicht mal mehr an die Vorgabe – nun kreuz und quer wollte ich aber dann letztlich auch nicht. So hab ich mich entschieden eine Regel für mich zuzufügen – ausprobieren was mir am besten gefällt, und mich dann pro Abschnitt daran zu halten.

So manches Mal passierte es mir, besonders beim Zeichnen des Flechtmusters, dass ich mich regelrecht „verirrte“, zwischen die grafischen Formen hineinfiel, die (räumliche) Orientierung innerhalb eines Musters verlor… und wie im richtigen Leben ist die Lösung atmen und Ruhe bewahren, auf Abstand gehen oder ganz eintauchen.

Meine Herzensschwester zeichnete schon vor Jahren einfach so, beim Zuhören, die schönsten Kunstwerke. Fließende Linien, die sich zu traumhaften Fantasiegestalten entwickelten. Vielleicht kann ich sie dazu anregen, auch diese kreative Seite weiter zu auszuleben, zu den 1000 anderen Dingen, die sie ganz wunderbar kann. Das  würde man heute Doodle nennen. Fragt mich bitte nicht, wie man auf solche Namen kommt.

Anbei meine ersten Musterkarten.

meine ersten