Morgenstund‘

 

Morgens, wenn die Nacht dem Tag weicht und ich aus dem tiefen Schlummer erwache, dann begegne ich meinem Träumer, meinem Programmgestalter und dem Butler, der mir die Sorgen des gestrigen Tages eilfertig ans Bett servieren möchte.

Wassergeist sichtbar bei Schwan am Plattensee

Doch ich bestehe noch nur aus Hören und Spüren, aus Atmen und Eingebettet-Sein in wohlige Wärme. In dieser Zeit gibt es in mir noch keine Schranken, ich bin nackig und offen, tief und tiefer sickert die Geborgenheit in mich hinein und bildet die Grundlage des heutigen Tages.  Wie das ferne Donnern der Brandung an die Klippen höre ich das Geräusch vorbeifahrender Autos auf regennasser Fahrbahn, dazwischen regen sich die ersten Vogelstimmen. Das Prasseln der Regentropfen und der Rhythmus meines Atmens sind irgendwie im Gleichklang und etwas in mir wartet geduldig auf die Entscheidung, worauf mein Fokus heute ausgerichtet sein wird.

Durch das Wahrnehmen dieses Wartens erinnere ich mich, dass ich bewusst wählen kann. Und so wähle ich die Liebe und die Freude am Leben zu sein. Ich genieße diesen Übergang und stehe erst auf, wenn das Tag-Hirn die Oberhand zu gewinnen droht und verschaffe mir noch einige Minuten ungestörtes mit mir sein durch das Ritual des Aufstehens und der morgendlichen Pflege. 

Dann schließe ich den oberen Knopf meines unsichtbaren Gewandes und bin bereit für die Herausforderungen des Tages, in der Gewissheit, dass die morgendliche Intimität mit dem Leben in mir weiterwirkt.

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